4 Schreibtypen, die dich zum fertigen Buch bringen

Plot planen

Der erste Schritt ist gemacht.

Ich werde es tun.

Ich werde dieses Buch schreiben.
Nur, wie geht das eigentlich?

Im Groben ist mir das klar. Ich setze mich hin und tippe meine grandiose Story runter. Aber welcher Schreibtyp bin ich eigentlich? Und welcher bist du?

4 unterschiedliche Schreibtypen

Bevor ich den ersten Buchstaben in meinem Roman geschrieben habe, habe ich mir die unterschiedlichsten Schreibmethoden angesehen. Nach Randy Ingmarson gibt es vier Stück.

Seat-of-the-pants

Die einen Autoren setzen sich hin und schreiben ihren Roman in einem runter. Keine Handlungslinie vorher aufschreiben, keine Struktur anfertigen – einfach los.

Natürlich haben sie auch eine Struktur und eine Ahnung, wie sich ihr Buch entwickeln wird. Aber sie halten sie nicht schriftlich fest. Diese Art des Schreibens nennt man seat-of-the-pants, ihre Vertreter „Pantser“.
Auf Deutsch heißt die Methode „Hosenboden-Schreiben“. Der Autor setzt sich auf seinen Hosenboden und tippt los. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Spezies ist Stephen King. Bevor du dich jetzt an den Meister hältst, sei dir gesagt: Für Erstautoren ist diese Variante nicht zu empfehlen.

Klar, es kann klappen. Das kann auch der Salto vom Dreimeterbrett ohne Training. Wahrscheinlich wird es aber daneben gehen. Im Schwimmbad tut dir dann der Bauch oder der Rücken weh, beim Schreiben der Kopf. Wenn du als unerfahrener Autor einfach drauf los tippst, ist die Gefahr groß, dass du dich in deiner Handlung verlierst. Die einzelnen Erzählstränge verlaufen sich im Nirgendwo und du bist am Ende nur frustriert.
Für erfahrene Autoren macht diese Variante aber durchaus Sinn. Beim Schreiben kann sich eine ganz neue Story entwickeln, die man vorher nicht geplant hatte. Wichtig ist es, am Ende alle losen Enden wieder beisammen zu haben.

Edit-as-you-go

Schreiben – Überarbeiten – Schreiben.

Bei dieser Methode überarbeitest du on-the-go, wie es auf Neudeutsch heißt. Du schreibst ein Kapitel oder eine Szene und überarbeitest diese, bevor du an die nächste gehst. Es ist quasi die Fortentwicklung vom „Pantsern“. Du schreibst immer noch frei heraus, sorgst aber nach jedem Kapitel für eine Grundordnung.

Schneeflockenmethode (Snowflake)

Die Schneeflockenmethode bietet noch mehr Struktur als Edit-as-you-go. Sie ist besonders für Menschen geeignet, die sich einen festen Kern für ihre Geschichte festgelegt haben, von da aus aber flexibel bleiben wollen. Snowflake hilft, dabei nicht die Übersicht zu verlieren.

Für die Schneeflockenmethode wird ein Kern für die Geschichte festgelegt. Er stellt den Leitfaden dar, an dem sich der Autor orientiert. Dann entwickelt sich von dort aus die Story weiter. Wie eine Schneeflocke verzweigt sie sich und wächst in verschiedene Richtungen. Wenn du das Ganze mit einer passenden Software machst, bleibt es übersichtlich. Die Software gibt es kostenlos, zum Beispiel SimpleMind, Coggle oder MindMeister. Wenn dir keine davon zusagt, kannst du einfach nach Mind Maps suchen.

Mit der Schneeflockenmethode bleibst du flexibel und behältst trotzdem den Überblick. Wenn du mit dem Nachhalten deiner Ideen in der Mind Map diszipliniert bleibst, ist diese Methode auch für Anfänger geeignet.

Outline

Die Outline-Methode ist wie ein Bauplan für dein Buch. Du weißt genau, wo welche Wand steht, welches Kabel an welcher Stelle verläuft. Beim Outlinen erstellst du den gesamten Plot, bevor du das erste Wort schreibst. Alle Handlungsstränge sind festgelegt, alles steht. Du musst die einzelnen Punkte dann nur noch mit Leben füllen. Für Anfänger ist das eine perfekte Methode, um das Buch strukturiert herunterzuschreiben.

Was am Anfang Sicherheit gibt, kann aber auch schnell die Kreativität bremsen. Da alles vorab feststeht ist kein Platz für Veränderungen. Entwickelt sich die Hauptfigur auf einmal anders als geplant, musst du das gesamte Konzept neu schreiben.

Meine Methode

Ich habe mir für mein Buch meine eigene Methode zusammengestellt. Es ist eine Mischung aus Outline und Schneeflocke.

Zuerst habe ich den Rahmen für meine Story festgelegt. Was ist die Idee? Was passiert grob? Wer ist beteiligt?

Dann habe ich das Ganze in eine Struktur gegossen. Dafür gibt es verschiedene Varianten. Die Heldenreise ist eine, der 4-Akter eine andere. Ich habe mich für die 5-Akt-Struktur entschieden. Frei nach dem Motto: Was Schiller schon genutzt hat, kann nicht verkehrt sein.

Mit dieser Struktur konnte ich auch die Spannungskurve anpassen, die war bei dem Grundgerüst noch nicht deutlich. Jetzt hatte ich die ganze Geschichte auf 5 Akte aufgeteilt.

Im nächsten Schritt habe ich den ersten Akt mit Leben gefüllt. Für jedes Kapitel habe ich ein eigenes Plot-Sheet erstellt. Dort konnte ich sehen, was wann passiert und was davon der Leser erfährt. Im Anschluss musste ich mich nur noch hinsetzen und jedes Kapitel runtertippen.

Ich habe immer nur einen Akt strukturiert und ihn dann geschrieben. Danach habe ich den nächsten Akt geplant. So konnte ich unerwartete Wendungen mit einarbeiten. Das hat sich als sehr sinnvoll erwiesen.

Die Korrektur mache ich erst, wenn das gesamte Buch fertig ist. So kann ich Logikfehler zwischen den Akten besser erkennen.

Das ist mein Weg. Ob es auch deiner ist, musst du ausprobieren. Ich komme sehr gut damit klar, weil ich abends genau weiß, welcher Inhalt am nächsten Tag zum Leben erweckt wird. Das steigert meine Produktivität und damit meinen Output.
Zumindest im Moment. Beim vierten Buch sieht es vielleicht ganz anders aus 😉

Lass mich in den Kommentaren gerne wissen, wie du deine Bücher planst.

Glück auf
Stephan

Bildquelle:
Tim Gouw | Unsplash, CC0


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