Schreib-Tagebuch #5: Die erste Externe darf lesen

Korrektur

Heute ist der große Tag.

Die erste Person darf meinen Roman lesen. Dabei lasse ich das Manuskript noch in der Familie, denn meine Frau ist die Auserwählte. Als Deutschlehrerin vertraue ich ihr die ersten Anmerkungen an. Hoffentlich steht am Ende kein „Mangelhaft“ unten drunter.

Meine erste Korrektur ist zu Ende

Ich habe die erste Korrektur abgeschlossen. 1.083 Wörter sind dabei auf der Strecke geblieben, es verbleiben 52.524.
Mir war beim Schreiben nicht bewusst, wie viele überflüssige Wörter ich benutzt habe. Füllwörter, Adverben, Adjektive. Sehr, ziemlich, eigentlich und ihre Verwandten haben meinen Text überschwemmt. Den größten Teil habe ich rausgestrichen.

Ein Kapitel habe ich komplett neu geschrieben. In seiner alten Form passte es nicht mehr zum Rest des Buches. Außerdem stellte sich bei der Recherche heraus, dass ich inhaltliche Fehler gemacht hatte. Das Militärfahrzeug ist in der Realität deutlich stärker gepanzert als ich dachte. Mit der Korrektur dieser Fehler musste ich auch die Story ändern. Bei aller künstlerischen Freiheit sollten bestimmte Grundpfeiler doch realistisch sein. Ich schreibe schließlich einen Krimi und keinen Fantasy-Roman (nichts gegen Fantasy).

Mir ist aufgefallen, dass die ersten und die letzten Kapitel die bisher besten sind. Die Mitte ist gut, aber noch nicht so gut wie der Rest. Da ich noch nicht die finale Version in den Händen halte, ist das zu verschmerzen.

Jetzt also meine Frau. Ich muss zugeben, dass ich nervös bin. Das letzte Mal, das eine schriftliche Arbeit von mir bewertet wurde, war in der Uni. Das ist schon ein paar Jahre her.

Mein Wunschleser korrigiert mein Buch

Glücklicherweise ist meine Frau mein Wunschleser. Wir lesen beide viele Krimis und uns beiden ist eine inhaltliche Logik und das Beachten von Details wichtig. Wenn der Protagonist seine Uhr immer rechts trägt, kann er sie nicht auf einmal links tragen. Ich könnte mir also keinen besseren Erstkorrektor wünschen.

Nachdem sie fertig ist, werde ich die Änderungen einpflegen. Dann geht das Buch an die ersten Testleser. Dann wird wieder korrigiert. Ich bin sehr gespannt, was am Ende von meinem ersten Entwurf noch übrig ist.

Glück auf
Stephan


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