Schreib-Tagebuch #4: Der erste Entwurf ist fertig und die Korrektur beginnt!

Ich klicke auf „Speichern“.

Dann lehne ich mich in meinem Sessel zurück.

Es ist geschafft, vor mir stehen die entscheidenden vier Buchstaben: ENDE.

Das Buch ist fertig

Meine Bucketlist hat einen Punkt weniger. Fehlen noch Haus bauen und Baum pflanzen, Kinder hab ich schon.

Das Glücksgefühl kommt nicht wie die Hitze einer Mikrowelle, die auf Knopfdruck sofort Vollgas gibt. Es ist eher wie bei einem Backofen, der aufheizen muss. Dann aber entwickelt sich das wohlige Gefühl in meinem Körper. Ich sehe noch mal auf das Dokument vor mir: ENDE.

Die Geschichte ist zu Ende, das Buch abgeschlossen. Okay, es fehlen noch ungefähr 15 Schritte, bis das Buch verkaufsfertig ist. Trotzdem:

Wahnsinn!

Auf den Tag genau vor sieben Wochen habe ich mit diesem Projekt angefangen. Vor genau sechs Wochen habe ich die ersten Wörter getippt. Sechs Wochen lang jeden Tag schreiben. Urlaub hin, Geburt des Kindes her (das ist in diesem Fall keine leere Phrase).

Der Zähler auf dem Dokument vor mir zeigt 53.607.
Es sind am Ende deutlich weniger Wörter geworden als angenommen. Ich hatte mit 80.000 gerechnet, bis zur Hälfte des Plots haben meine Struktur und die Wortzahl noch übereingestimmt. Dann habe ich das Tempo erhöht und dabei wohl einiges an Masse verloren.

Ist das jetzt schlimm?
Keine Ahnung, das werde ich beim ersten Gegenlesen merken. Vielleicht fehlt noch die eine oder andere Szene. Wahrscheinlicher ist aber, dass ich fleißig Wörter streichen werde. Ich habe komplett unkorrigiert geschrieben. Es ist also noch viel Luft für Verbesserungen.

Die erste Korrektur

Die erste Korrektur nehme ich selber vor. Ich werde mir das gesamte Dokument noch einmal vorknöpfen. Dabei liegt der Fokus auf Stringenz und Formulierungen. Ergibt das alles einen Sinn? Würden sich die Charaktere wirklich so verhalten? Benutze ich die passenden Wörter?

Während des Schreibens ist mir öfter aufgefallen, dass ich mir nicht mehr sicher war, was die Personen eigentlich in den Szenen davor gemacht haben. Diese Stellen gilt es jetzt zu überprüfen.
Auch eine letzte Korrektur von XYZ muss ich noch vornehmen. XYZ ist ein Platzhalter, wenn ich mich beim Schreiben nicht an einen Namen, Ort oder Ereignis erinnern kann. Ich setze dann XYZ ein, um den Schreibfluss nicht zu unterbrechen. Später recherchiere ich und ersetze den Platzhalter.

Um etwas Abstand zu gewinnen, werde ich den ersten Entwurf eine Woche liegen lassen. In der Zeit kümmere ich mich um das Marketing und diesen Blog. Da ist in den letzten Wochen einiges liegen geblieben.

Glück auf
Stephan


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