Der Spaß kommt beim Schreiben: Ein Appell gegen das Aufschieben

Gegen das Aufschieben

Ich habe keine Lust.

Nicht aufs Schreiben, nicht aufs Aufräumen, auf gar nichts außer Chips und Fernsehen.

Kann meine Aufgaben nicht jemand anders machen?

Nein, du fauler Sack! Das musst du schon selber erledigen!
Also los! Arsch hoch! Machen!
Immer noch nicht motiviert? Komisch…

Einfach anfangen

Dann versuchen wir es mal auf eine andere Art.

Ich erzähle dir, wie ich ins Handeln komme. In meinem Fall das Schreiben.

Auch wenn ich gar keine Lust habe und gerade doch so schön viele tolle neue Surf-Bilder auf Instagram sind.

Achtung, jetzt kommt mein Geheimnis…

Ich mache einfach, ich schreibe einfach los.

Ich kann deine Gedanken lesen: „Was für ein Idiot! Was ist das denn bitte für ein Tipp?“

Okay, vielleicht sollte ich es noch etwas genauer erklären.

Zuerst mal: Ich sehe mir immer noch gerne Instagram-Fotos an. Manchmal braucht das Hirn einfach ein bisschen Leerlauf. Aber ich komme danach auch wieder schnell ins Arbeiten.

Der Spaß kommt beim Schreiben

Dazu benutze ich eine ziemlich einfache, aber effektive Technik. Ich nenne sie die „Der Spaß kommt beim Schreiben“-Technik.

Gefunden habe ich diese Technik bei Mark Manson. In seinem Buch „Die subtile Kunst des darauf Scheissens“ beschreibt er sie als das „Tu einfach was“-Prinzip. Das Buch kann ich übrigens echt empfehlen. Es enthält einige wertvolle Tipps, wie man entspannter an das Leben rangehen kann. Außerdem mag ich den Schreibstil sehr. Manson schreibt nicht wie ein Oberlehrer, sondern mit ziemlicher „Schnodderschnauze“.

Aber zurück zum „Tu einfach was“-Prinzip. Mark erhielt damals von seinem Lehrer folgenden Tipp: Wenn du ein Problem hast und nicht weißt, wie du es lösen sollst, fang einfach an, daran zu arbeiten. Es ist egal, was du genau tust, aber tu etwas. Dabei werden dir die richtigen Ideen schon kommen.

Dieses Prinzip beherzige ich seitdem und schaffe so viel mehr als vorher.

Ich bin hauptberuflich Texter. Das bedeutet aber nicht, dass mich die Muse jeden Tag 24 Stunden lang küsst und mir das Schreiben nur so aus den Fingern fließt. Im Gegenteil: Es ist harte Arbeit.

Früher war es so: Wenn ich einen schwierigen Artikel vor der Brust hatte, lehnte ich mich zurück und schaute erstmal aus dem Fenster. Dann checkte ich Facebook. Dann XING. Und vielleicht hatte ich ja eine neue Mail bekommen. Oh, der Kaffee ist schon wieder alle.

Bis zum Schreiben verging dann schon mal eine Stunde. Eine Stunde, in der ich auch hätte produktiv sein können. Denn glaub mir, nach dem Aufschieben ist die Muse immer noch nicht da.

Die Muse hat Angst vor der Prokrastination. Klick um zu Tweeten

Wenn die Prokrastination zu lange regiert hat, zeigt sich die Muse nicht mehr.

Praktische Anwendung

Mittlerweile habe ich die Aufschieberei im Griff. Auch jetzt lehne ich mich noch kurz zurück, wenn ein solcher Artikel ansteht. Dann aber setzt ich mich an den Rechner und fange an zu tippen. Ich fange an der Stelle an, wo mir gerade etwas zu einfällt. Das kann auch mal mitten im Text sein. Dann kommt mir ein Gedanke, wie ich diesen Teil schön einleiten kann. Und zack habe ich einen zweiten Teil geschrieben. So geht es weiter, bis der Text fertig ist.

Bevor du jetzt aufschreist, wie man so planlos texten kann, keine Sorge. Bevor ich mit dem Tippen anfange, überlege ich mir schon ziemlich gründlich, was ich eigentlich sagen und rüberbringen will. Deshalb weiß ich auch genau, bei welchem Teil ich einsteigen kann und welcher später drankommt.

Ich beginne also einfach an der Stelle, wo ich gerade ein gutes Gefühl habe. Egal wo im Text, egal bei welchem Unterpunkt.

Und wenn es wirklich mal gar nicht geht? Ja Herrgott, dann mach halt ’ne Pause. Geh raus, hol dir ’nen Kaffee, mach 100 Kniebeugen. Aber dann setz dich wieder hin und fang an. Du wirst sehen, es klappt.

Dieses Prinzip funktioniert übrigens nicht nur beim Texten. Auch beim Aufräumen hilft das. Oder bei vielen anderen Tätigkeiten, für die man sich sonst mühsam begeistern muss.

In diesem Sinne, tu einfach was!

Glück auf
Stephan

Bildquelle:
Danielle MacInnes | Unsplash, CC0


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